Altersvorsorge für Mütter: So schließt du deine Rentenlücke
Du arbeitest, du organisierst, du funktionierst. Und trotzdem bleibt ausgerechnet die eigene Altersvorsorge liegen. Das ist kein Versagen. Es ist eine Entscheidung, die du ab heute anders treffen kannst.
Warum es Mütter härter trifft
Die gesetzliche Rente berechnet sich aus dem, was du über dein Arbeitsleben eingezahlt hast. Als Mutter hast du fast zwangsläufig Phasen mit weniger oder ganz ohne Einkommen. Elternzeit, Teilzeit, Betreuungslücken in den Ferien, ein Umzug wegen des Jobs deines Partners. Jede dieser Phasen wirkt sich direkt auf deinen späteren Anspruch aus.
Dazu kommt, dass das Rentenniveau langfristig sinkt, während die Lebenshaltungskosten steigen. Die Rentenlücke ist deshalb kein Schreckgespenst. Sie ist schlicht Mathematik. Und genau deshalb ist private Vorsorge für dich kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.
Lies deine Renteninformation richtig
Wenn du die Zahlen vor dir hast, kommt der zweite wichtige Schritt. Der Betrag, der dort steht, ist deutlich weniger wert, als er auf den ersten Blick aussieht. Aus zwei Gründen.
- Es sind Bruttobeträge. Davon gehen später noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab, und je nach deiner Gesamtsituation auch Steuern. Was am Ende auf deinem Konto landet, ist spürbar weniger.
- Es sind heutige Euro. Bis zu deiner Rente vergehen womöglich zwanzig oder dreißig Jahre, und in dieser Zeit verliert Geld durch die Inflation an Kaufkraft. Der gleiche Betrag reicht dann für weniger Einkäufe als heute.
Beides zusammen heißt: Die Lücke zwischen dem, was du brauchst, und dem, was kommt, ist größer als die Zahl auf dem Brief vermuten lässt. Deshalb reicht die gesetzliche Rente allein nicht aus.
Der Notgroschen und wann du parallel investieren kannst
Bevor du investierst, brauchst du ein Sicherheitsnetz. Der Notgroschen hat genau eine Aufgabe. Er sorgt dafür, dass du in einer schlechten Börsenphase nichts verkaufen musst, nur weil die Waschmaschine streikt oder das Auto in die Werkstatt muss.
Als Zielgröße nehme ich drei Monatsausgaben auf einem separaten Tagesgeldkonto. Nicht drei Nettogehälter, wie man es fast überall liest. Im Notfall musst du nämlich nicht dein Gehalt ersetzen, sondern deine Rechnungen bezahlen. Warum Tagesgeld? Weil das Geld täglich verfügbar ist und nicht im Alltagskonto untergeht.
Du musst diesen Topf aber nicht erst komplett füllen, bevor du anfängst. Genau daran scheitern viele, weil drei Monatsausgaben je nach Lebenssituation ein bis zwei Jahre Ansparen bedeuten können. Ein oder zwei Jahre ohne Zinseszins sind ein hoher Preis für ein Gefühl von Perfektion.
Mein Vorschlag: Sobald der Notgroschen etwa zur Hälfte steht, kannst du parallel loslegen. Ein Teil deiner monatlichen Rate füllt den Notgroschen weiter auf, der andere wandert in deinen Sparplan. Beides wächst gleichzeitig, und du verlierst keine Zeit.
Die Reihenfolge, die funktioniert
- Zwei Zahlen aufschreiben Hol dir Kontoauszug und Gehaltszettel und notiere zwei Zahlen. Dein monatliches Netto und das, was du monatlich für dein Alter zurücklegst. Auch null ist eine ehrliche Antwort. Ohne diesen Startpunkt kannst du nirgendwo hingehen.
- Renteninformation abrufen und wirklich lesen Nicht überfliegen, sondern lesen, und dabei im Kopf behalten, dass es Bruttobeträge in heutigen Euro sind. Erst diese Zahl macht aus einem diffusen Gefühl eine Größe, mit der du arbeiten kannst.
- Notgroschen anfangen aufzubauen Ein fester Betrag jeden Monat auf ein separates Tagesgeldkonto, per Dauerauftrag direkt nach dem Gehaltseingang. Auch 30 Euro sind ein Anfang. Solange noch gar nichts da ist, hat dieser Topf Vorfahrt.
- Ab der Hälfte parallel investieren Sobald etwa die Hälfte deines Notgroschens steht, teilst du deine monatliche Rate auf. Ein Teil füllt weiter auf, der andere geht in den Sparplan. Ein Depot eröffnest du heute online, ohne Banktermin, in weniger als zwanzig Minuten. Du brauchst deinen Personalausweis und deine Steueridentifikationsnummer, die auf deinem letzten Steuerbescheid steht.
- Geförderte Wege prüfen Betriebliche Altersvorsorge, Riester, Rürup. Mindestens eine dieser Möglichkeiten ist für dich relevant, und ob sie sich lohnt, hängt von deiner Situation ab. Frag zumindest in deiner Personalabteilung nach dem Arbeitgeberzuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge, der steht dir gesetzlich zu.
Das Muster, das dich bremst, hat einen Namen
Teilzeit wegen der Kinder, die Lohnlücke, Sorgearbeit, die niemand bezahlt und kaum jemand sieht. Das sind keine Ausreden, das sind echte Strukturen, und sie erklären, warum es für dich schwerer ist als für andere.
Nur lösen sie das Problem nicht. Erklären und lösen sind zwei verschiedene Dinge, und beides darf gleichzeitig wahr sein. Du bist nicht das Problem. Aber du bist die Einzige, die für dein Zukunfts-ICH handeln kann.
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Ich bin Cindy, ehemalige Bankerin, langjährige Investorin, dreifache Mama und Finanztrainerin. Ich kenne die Lücken im Lebenslauf einer Mutter aus eigener Erfahrung. Wenn du magst, schauen wir gemeinsam, was zu deiner Situation passt.
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